Diese Entwicklung irritiert Herrn Schneider sehr, da er zuvor nie Beschwerden in diesem Bereich hatte und die Veränderungen für ihn völlig unerwartet eingetreten sind.
Schritt 2
Der Penis gliedert sich in Peniswurzel, Penisschaft und Eichel. Im Inneren verlaufen drei Schwellkörper: die paarigen Penisschwellkörper (Corpora cavernosa), die wesentlich für die Erektion verantwortlich sind, sowie der Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum), der die Harnröhre umgibt und sie schützt (Abbildung 1). Die arterielle Versorgung erfolgt über Äste der Arteria pudenda interna, insbesondere über die Arteria profunda penis, deren Verzweigungen die Kavernen der Corpora cavernosa füllen. Der venöse Abfluss erfolgt über ein oberflächliches und ein tiefes Venensystem, u. a. über die Vena pudenda interna [15, 16].
Die sexuelle Funktion des Mannes beruht auf einem Zusammenspiel nervaler und organischer Mechanismen. Die Erektion wird überwiegend parasympathisch über das sakrale Erektionszentrum im Rückenmark (S2–S4) gesteuert, während die Ejakulation v. a. sympathisch vermittelt wird. Sexuelle Erregung kann dabei sowohl reflexogen durch Berührungsreize im Genitalbereich, insbesondere an der Eichel, als auch psychogen durch visuelle Reize, akustische Eindrücke oder sexuelle Vorstellungen ausgelöst werden. Die entsprechenden Signale werden über afferente Nervenbahnen an das Rückenmark weitergeleitet und aktivieren dort das Erektionszentrum.
In der Folge setzen parasympathische Nervenfasern Stickstoffmonoxid (NO) frei, wodurch sich die penilen Arterien erweitern und die glatte Muskulatur der Corpora cavernosa erschlafft. Der Bluteinstrom nimmt zu, die Schwellräume füllen sich und durch die Kompression der venösen Abflussbahnen bleibt das Blut in den Schwellkörpern, sodass der Penis sich aufrichtet und versteift (Tumeszenz). Im Corpus spongiosum steigt die Durchblutung ebenfalls an. Aufgrund seiner weniger festen Umhüllung bleibt dort der venöse Abfluss weitgehend erhalten und auch die Harnröhre bleibt durchgängig (Abbildung 1). Die Erektion verläuft grundsätzlich autonom und entzieht sich damit weitgehend der willentlichen Steuerung. Eine gewisse Verstärkung ist jedoch durch die Anspannung der Ischiocavernosus-Muskeln im Beckenboden möglich [15, 16, 17].